Moed Katan 54

Kapitel 54

א בכליכה והיו עניים מתביישין התקינו שיהו הכל מוציאין בכליכה מפני כבודן של עניים
1 dadurch beschämt wurden, ordnete man an, jeden auf einer Bahre hinauszutragen, aus Achtung für die Armen.
ב בראשונה היו מניחין את המוגמר תחת חולי מעים מתים והיו חולי מעים חיים מתביישין התקינו שיהו מניחין תחת הכל מפני כבודן של חולי מעים חיים
2 Anfangs pflegte man unter den Leichnam eines Darmleidenden Räucherwerk zu tun; da aber dadurch die lebenden Darmleidenden beschämt wurden, ordnete man an, es unter jeden Leichnam zu tun, aus Achtung für die lebenden Darmleidenden.
ג בראשונה היו מטבילין את הכלים על גבי נדות מתות והיו נדות חיות מתביישות התקינו שיהו מטבילין על גבי כל הנשים מפני כבודן של נדות חיות בראשונה מטבילין על גבי זבין מתים והיו זבין חיים מתביישין התקינו שיהו מטבילין על גב הכל מפני כבודן של זבין חיים
3 Anfangs pflegte man die Kleider der als Menstruierende Verstorbenen in einem Tauchbade zu reinigen; da aber dadurch die lebenden Menstruierenden beschämt wurden, ordnete man an, die Kleider aller verstorbenen Frauen in einem Tauchbade zu reinigen, aus Achtung für die lebenden Menstruierenden. Anfangs pflegte man [die Kleider] der als Flußbehaftete Verstorbenen in einem Tauchbade zu reinigen; da aber dadurch die lebenden Flußbehafteten beschämt wurden, ordnete man an, die Kleider eines jeden [Verstorbenen] in einem Tauchbade zu reinigen, aus Achtung für die lebenden Flußbehafteten.
ד בראשונה היתה הוצאת המת קשה לקרוביו יותר ממיתתו עד שהיו קרוביו מניחין אותו ובורחין עד שבא רבן גמליאל ונהג קלות ראש בעצמו ויצא בכלי פשתן ונהגו העם אחריו לצאת בכלי פשתן אמר רב פפא והאידנא נהוג עלמא אפילו בצרדא בר זוזא:
4 Anfangs war das Hinausführen des Toten für die Angehörigen schwerer als sein Tod, sodaß die Angehörigen ihn liegen zu lassen und fortzulaufen pflegten, da trat R. Gamliél auf und ließ an sich selbst mißächtlich verfahren, indem er anordnete, ihn in Flachsgewändern zu bestatten. Darauf führte das Volk ein, die Toten in Flachsgewändern zu bestatten, R. Papa sagte: Jetzt ist es beim Volke üblich, sogar in einer Hülle im Werte eines Zuz [zu bestatten].
ה אין מניחין את המטה ברחוב: אמר רב פפא אין מועד בפני תלמיד חכם וכל שכן חנוכה ופורים
5 M<small>AN STELLT DIE</small> B<small>AHRE NICHT AUF DEN</small> S<small>TADTPLATZ</small>. R. Papa sagte: Bei einem Schriftgelehrten wird das Halbfest nicht berücksichtigt, und um so weniger das Ḥanukafest und das Purimfest.
ו והני מילי בפניו אבל שלא בפניו לא איני והא רב כהנא ספדיה לרב זביד מנהרדעא בפום נהרא אמר רב פפי יום שמועה הוה וכבפניו דמי
6 Dies jedoch nur in seiner Gegenwart, nicht aber in seiner Abwesenheit. – Dem. ist ja aber nicht so, R. Kahana hielt ja eine Totenklage über R. Zebid aus Nehardea͑ in Pum Nahara!? R. Papi erwiderte: Es war am Tage der Nachricht, der der Gegenwart [des Toten] gleicht.
ז אמר עולא הספד על לב דכתיב (ישעיהו לב, יב) על שדים סופדים טיפוח ביד קילוס ברגל
7 U͑la sagte: Klagen heißt sich aufs Herz [schlagen], wie es heißt: <i>auf die Brüste [schlagend] klagen sie;</i> klatschen: mit den Händen; trampeln: mit den Füßen.
ח תנו רבנן המקלס לא יקלס בסנדל אלא במנעל מפני הסכנה
8 Die Rabbanan lehrten: Man darf nicht mit den Sandalen trampeln, sondern nur mit den Schuhen, wegen der Gefahr.
ט אמר רבי יוחנן אבל כיון שניענע ראשו שוב אין מנחמין רשאין לישב אצלו
9 R. Joḥanan sagte: Sobald der Leidtragende mit dem Kopfe genickt hat, dürfen die Tröstenden bei ihm nicht sitzen bleiben.
י ואמר רבי יוחנן הכל חייבין לעמוד מפני נשיא חוץ מאבל וחולה ואמר ר' יוחנן לכל אומרים להם שבו חוץ מאבל וחולה
10 Ferner sagte R. Joḥanan: Jeder muß vor einem Fürsten aufstehen, ausgenommen der Leidtragende und der Kranke. Ferner sagte R. Joḥanan: Zu jedem anderen sage man: bleibe, ausgenommen Leidtragende und Kranke.
יא אמר רב יהודה אמר רב אבל יום ראשון אסור לאכול לחם משלו מדאמר ליה רחמנא ליחזקאל (יחזקאל כד, יז) ולחם אנשים לא תאכל רבה ורב יוסף מחלפי סעודתייהו להדדי
11 R. Jehuda sagte im Namen Rabhs: Der Leidtragende darf am ersten Tage nicht sein eigenes Brot essen, denn der Allbarmherzige sprach zu Jehezqel: <i>und Brot [gewöhnlicher Leute] sollst du nicht essen</i>. Rabba und R. Joseph tauschten ihre Mahlzeit mit einander.
יב ואמר רב יהודה אמר רב מת בעיר כל בני העיר אסורין בעשיית מלאכה
12 Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Ist ein Verstorbener in der Stadt, so ist allen Einwohnern der Stadt die Arbeit verboten.
יג רב המנונא איקלע לדרומתא שמע קול שיפורא דשכבא חזא הנך אינשי דקא עבדי עבידתא אמר להו ליהוו הנך אינשי בשמתא לא שכבא איכא במתא אמרו ליה חבורתא איכא במתא אמר להו אי הכי שריא לכו
13 Einst kam R. Hamnuna in Daro Matha und hörte den Schall einer Posaune wegen eines Todesfalles, jedoch sah er Leute Arbeit verrichten; da sprach er: Diese Leute sollen mit dem Banne belegt sein. Ist nicht ein Verstorbener in der Stadt? Als man ihm aber erwiderte, daß in der Stadt Verbindungen bestehen, sprach er: So mag der Bann aufgelöst sein.
יד ואמר רב יהודה אמר רב כל המתקשה על מתו יותר מדאי על מת אחר הוא בוכה ההיא איתתא דהות בשיבבותיה דרב הונא הוו לה שבעה בני מת חד מינייהו הוות קא בכיא ביתירתא עליה שלח לה רב הונא לא תעבדי הכי לא אשגחה ביה שלח לה אי צייתת מוטב ואי לא צבית זוודתא לאידך מית ומיתו כולהו לסוף אמר לה תימוש זוודתא לנפשיך ומיתא
14 Ferner sagte R. Jehuda im Namen Rabhs: Wer sich um einen Toten über Gebühr grämt, weint über einen anderen Toten. In der Nachbarschaft R. Honas wohnte eine Frau, die sieben Kinder hatte, und als ihr einst eines starb, weinte sie unaufhörlich. Da ließ ihr R. Hona sagen: Unterlasse dies. Sie beachtete es aber nicht. Hierauf ließ er ihr wiederum sagen: Willst du gehorchen, so ist es recht, wenn aber nicht, so besorge Reisevorrat für andere Tote. Darauf starben sie alle. Zuletzt ließ er ihr sagen: Besorge Reisevorrat für dich selbst. Darauf starb sie.
טו (ירמיהו כב, י) אל תבכו למת ואל תנודו לו אל תבכו למת יותר מדאי ואל תנודו לו יותר מכשיעור הא כיצד שלשה ימים לבכי ושבעה להספד ושלשים לגיהוץ ולתספורת מכאן ואילך אמר הקדוש ברוך הוא אי אתם רחמנים בו יותר ממני
15 <i>Weinet nicht um einen Toten, noch beklaget ihn</i>; weinet nicht über Gebühr um einen Toten, noch beklagt ihn übermäßig. – Wieviel? – Drei Tage für das Weinen, sieben Tage für die Totenklage und dreißig Tage hinsichtlich gebleichter Gewänder und des Haarscherens. Von dann ab spricht der Heilige, gepriesen sei er: Seid nicht barmherziger als ich!
טז (ירמיהו כב, י) בכו בכו להולך אמר רב יהודה להולך בלא בנים רבי יהושע בן לוי לא אזל לבי אבלא אלא למאן דאזיל בלא בני דכתיב בכו בכו להולך כי לא ישוב עוד וראה את ארץ מולדתו רב הונא אמר זה שעבר עבירה ושנה בה
16 <i>Weinet um den Fortgehenden</i>. R. Jehuda erklärte: Um den, der ohne Kinder fortgeht. R. Jehošua͑ b. Levi besuchte einen Leidtragenden nur dann, wenn der Verstorbene kinderlos hinschied, denn es heißt: <i>weinet um den Fortgehenden</i>. <i>Weil er nicht mehr zurückkehren und sein Heimatland wiedersehen wird.</i> R. Hona erklärte: Der eine Sünde begangen und sie wiederholt hat.
יז רב הונא לטעמיה דאמר רב הונא כיון שעבר אדם עבירה ושנה בה הותרה לו הותרה לו סלקא דעתך אלא אימא נעשית לו כהיתר
17 R. Hona vertritt hierbei seine Ansicht, denn R. Hona sagte: Wenn jemand eine Sünde begangen und sie wiederholt hat, so ist sie ihm erlaubt. – ‘Erlaubt’, wie kommst du darauf!? – Sage vielmehr: Sie erscheint ihm erlaubt.
יח אמר רבי לוי אבל שלשה ימים הראשונים יראה את עצמו כאילו חרב מונחת לו בין שתי (יריכותיו) משלשה עד שבעה כאילו מונחת לו כנגדו בקרן זוית מכאן ואילך כאילו עוברת כנגדו בשוק:
18 R. Levi sagte: In den ersten drei Tagen komme es dem Leidtragenden vor, als läge ein Schwert auf seinen Schultern; von drei bis sieben, als läge es vor ihm in einer Ecke; von da ab, als ziehe es vor ihm auf der Straße vorüber.
יט ולא של נשים לעולם מפני הכבוד: אמרי נהרדעי לא שנו
19 D<small>IE EINER</small> F<small>RAU AUCH SONST NICHT, WEGEN DES</small> A<small>NSTANDES</small>. Die Nehardee͑nser sagten: Dies gilt nur von einer Wöchnerin,